Ahrufer und Altstadtumfeld Ahrweiler

Stadträume & Plätze Ahrufer und Altstadtumfeld Ahrweiler

Ahrquartier Süd, Ahrtorplatz und Wallanlage

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Ahrquartier Süd, Ahrtorplatz und Wallanlagen

Wiederaufbau von verschiedenen, öffentlichen Freiraumtypologien in Ahrweiler. Dabei spielen Anforderungen an den Hochwasserschutz ebenso wie Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels eine wichtige Rolle.

Ahrweiler, ein historisch gewachsener Stadtteil von Bad Neuenahr-Ahrweiler, ist geprägt durch seine mittelalterliche Stadtmauer, markanten Stadttore und die landschaftlich besondere Lage im Ahrtal. Die Flutkatastrophe im Juli 2021 hat Menschen, Stadt und Landschaft schwer getroffen und wesentliche Strukturen verändert. Das Bearbeitungsgebiet unterteilt sich in verschiedene Einzelprojekte zu denen unter anderem das Ahrquartier Süd, der Ahrtorplatz und die Wallanlagen zählen.

Die Projekte stehen im Kontext des Wiederaufbaus sowie ergänzender Städtebauförderung und verfolgen das Ziel, den öffentlichen Raum funktional, gestalterisch und ökologisch zukunftsfähig zu entwickeln. Dabei soll die Aufenthaltsqualität im Stadtumfeld gestärkt, der Freiraum multifunktional nutzbar gestaltet und der historische Stadtraum eingebettet werden. Weiter wird der Bezug zwischen historischem Stadtkern und der Ahr gestärkt werden.

Ahrquartier Süd

Das Ahrquartier Süd liegt südlich der Ahr und nimmt eine zentrale Rolle der Freiraum- und Sportflächenstruktur ein und bildet einen wichtigen Übergang zwischen Ahrufer und städtisch geprägten Nutzungen. Die Planung folgt dem Leitgedanken eines einheitlichen, klar lesbaren Freiraumkonzepts, das Spiel, Sport und Erholung in einer strukturierten Freianlage miteinander verbindet. Die Fläche wird in vier funktionale Bereiche gegliedert: Wohnmobilstellplatz, Spielbereich, offene Wiese und Sportbereich. Der Wohnmobilstellplatz erhält einen weitgehend naturnahen, grünen Charakter, um der sensiblen Lage am Ufer der Ahr gerecht zu werden. Östlich der Ahrtorbrücke gelegen und zum Ahrtorplatz orientiert befindet sich der Spielbereich. Die Gestaltung nutzt die Topografie der Böschung, sodass unterschiedliche Spielebenen entstehen – ein Spielen „oben und unten“.
Die offene Wiesenfläche fungiert als großzügige, ruhige Pufferzone zwischen Spiel- und Sportbereich. Der Bereich bietet vielfältige Möglichkeiten für Aufenthalt, informelles Spiel und Erholung.
Der östlichste Bereich des Ahrquartiers wird als Sportzone gestaltet. Vorgesehen sind ein Kunstrasenplatz mit einer in die Böschung integrierten Tribüne, ein Kleinspielfeld sowie eine Laufbahn und eine Sprunganlage.
Die Funktionsbereiche werden kompakt angeordnet und in die Wegeführung des Gesamtquartiers eingebunden.

Ahrtorplatz

Der Ahrtorplatz liegt nördlich der Ahr und befindet sich im Übergangsbereich zwischen der historischen Altstadt von Ahrweiler und dem landschaftlich geprägten Flussraum der Ahr.
Der Ahrtorplatz wird als multicodierter Ort gestaltet, der sowohl alltägliche Nutzungen als auch temporäre Veranstaltungen und Feste aufnehmen kann. Eine deutliche Platzkante mit Sitzmauern, Baumreihen und begleitender Pflanzung fasst den Raum und schafft Orientierung sowie räumliche Fassung. Eine zentrale Grüninsel dient als kühlendes, klimaaktives Element und bildet einen ökologischen und gestalterischen Schwerpunkt im Platzraum. Der neue Kiosk stärkt die Nutzung des Ortes und trägt zur Belebung des öffentlichen Raums bei.


Ahrufer und Altstadtumfeld Ahrweiler
Ort: Bad Neuenahr-Ahrweiler
Auftraggeber: Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft
Bad Neuenahr-Ahrweiler mbH
Fläche: 58.000 m²
Leistungen: Objektplanung Freianlagen
Partizipationsverfahren
Planung: seit 2023
Kooperation: NEW Architekten
Leinfelder Ingenieure
ISR – Innovative Stadt- und Raumplanung
Visualisierungen: Rendercircle
Abbildungen Stand Vorentwurf

Wallanlagen

Die Wallanlagen haben eine besondere Bedeutung für das Stadtbild, da sie den grünen Rahmen des historischen Stadtkerns bilden und mehrere prägende historische Elemente integrieren. Sie sind heute sowohl Erholungsraum als auch Wegeverbindung rund um die Altstadt. Der Leitgedanke besteht darin, die historische Struktur mit ihren Mauern, Türmen und Denkmälern zu integrieren und durch eine zurückhaltende Gestaltung zu inszenieren. Die Freiraumgestaltung stärkt die Bedeutung der Wallanlagen als zusammenhängenden Grünraum und formuliert eine klare Abfolge unterschiedlicher Raumtypen entlang der Stadtmauer. Es entstehen unterschiedliche Aufenthalts-, Erinnerungs- und Bewegungsräumen, die sich harmonisch in den historischen Kontext einfügen.