Besucher- und Informationszentrum Sophienhöhe

Kultur & Erlebnis Besucher- und Informationszentrum Sophienhöhe

Landschaft lesen – Wandel gestalten – Raum erleben

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Landschaft lesen – Wandel gestalten – Raum erleben

Planung der Freianlagen für das Besucher- und Informationszentrum (BIZ) auf der Sophienhöhe unter Berücksichtigung von Nutzbarkeit, Barrierefreiheit, ökologischer Verträglichkeit und räumlicher Identität.

Die Sophienhöhe liegt im Rheinischen Braunkohlerevier bei Niederzier innerhalb der offenen Agrarlandschaft der Jülicher Börde. Als rekultivierte Aufschüttung stellt sie eine prägnante künstliche Erhebung mit weiträumigen Sichtbeziehungen in die Umgebung dar, insbesondere in Richtung Tagebau Hambach. Der Ort ist geprägt durch den Übergang von industrieller Nutzung über ökologische Sukzession hin zu einer zunehmenden freizeitbezogenen Nutzung. Diese Transformationsdynamik bildet die Grundlage des Entwurfsansatzes.

Der Entwurf folgt dem Leitmotiv: „Landschaft lesen – Wandel gestalten – Raum erleben“. Die Sophienhöhe wird als Landschaft im Wandel verstanden. Ziel ist die Entwicklung eines klar gegliederten Freiraumsystems, das Orientierung, Aufenthalt und Naturerlebnis ermöglicht. Das Leitbild des „Bergerlebnisses“ strukturiert den Raum in drei funktional differenzierte Ebenen:

BIZ-Plateau (Ankunft / Orientierung / Veranstaltungen)

Spielplateau (Aktivität / Spiel / Exploration)

Wiesenplateau (extensive Landschaft / ökologische Entwicklung)

Hierdurch entsteht eine abgestufte Nutzungsintensität mit klarer räumlicher Hierarchie. Die vorhandene Topografie bildet das zentrale Entwurfsprinzip. Die charakteristische Form der Sophienhöhe wird erhalten und als ordnendes Element genutzt.

BIZ-Plateau – Ankunfts- und Orientierungsbereich

Das BIZ-Plateau bildet den zentralen Ankunftsbereich und Hauptort der Orientierung. Es nimmt die Eingangssituation des Besucherzentrums auf und bündelt die wesentlichen Besucherfunktionen. Vorgesehen sind ein Vorplatz mit flexibel nutzbaren Flächen für temporäre Nutzungen (z. B. Veranstaltungen, Foodtrucks), ein Aussichtspunkt in Richtung Tagebau Hambach mit integrierten Sitzstufen sowie eine Terrasse als Erweiterung der Innenräume.
Ergänzend sind familien- und bildungsorientierte Angebote integriert, darunter ein Kleinkinderspielplatz in direkter Zuordnung zur Gastronomie sowie ein Grünes Klassenzimmer mit Sitzstufen.

Spielplateau – Thematisches Spiel und Exploration

Das Spielplateau ist als zentraler Aktivitätsbereich mit starkem thematischem Bezug zur Bergbaugeschichte konzipiert. Der Spielraum wird als skulpturale, in die Topografie integrierte Erlebnislandschaft ausgebildet.
Zentrales Element ist eine großmaßstäbliche Spielstruktur in Anlehnung an einen Förderbagger, die als skulpturales Spielelement mit Kletter-, Balancier- und Bewegungserfahrungen konzipiert ist.

Wiesenplateau – Extensive Landschaft und Entwicklungsbereich

Das Wiesenplateau bildet den Übergang zur umgebenden Landschaft und ist durch eine geringe Nutzungsintensität geprägt. Es wird als offene, flexibel nutzbare Fläche mit überwiegend ökologisch geprägten Wiesenstrukturen ausgebildet, die sowohl zukünftige Entwicklungen ermöglicht als auch bereits eine eigenständige räumliche und ökologische Qualität aufweist.

Die Freiräume werden überwiegend als extensive Landschaftsräume ausgebildet, wodurch großflächige, zusammenhängende Grünstrukturen erhalten und entwickelt werden. Die Vegetation basiert konsequent auf der Verwendung heimischer, standortgerechter Arten, die die ökologische Stabilität unterstützen, die Pflegeintensität reduzieren und die Entwicklung vielfältiger Habitatstrukturen ermöglichen.

Durch naturnahe Versickerungs- und Retentionsprinzipien wird das Niederschlagswasser weitgehend im Gelände zurückgehalten, über Mulden- und Rinnensysteme geführt und in den natürlichen Wasserhaushalt integriert. Dies reduziert technische Infrastruktur und stärkt die landschaftliche Integration der Entwässerung.

Der motorisierte Verkehr wird auf das notwendige Maß beschränkt und auf die zentrale Erschließungsachse konzentriert. Der Hauptparkplatz am Fuß der Sophienhöhe umfasst 43 befestigte PKW-Stellplätze sowie 2 ausgewiesene Stellplätze für Reisebusse.


BIZ Sophienhöhe
Ort: Niederzier
Auftraggeber: Gemeinde Niederzier
Neuland Hambach GmbH
Fläche: 20.000 m²
Leistungen: Objektplanung Frei- und Verkehrsanlagen
Planung: seit 2025
Kooperation: pvma architekten
Gertec Planungs- & Ingenieurgesellschaft
SH Holz & Modulbau
Visualisierungen: Rendercircle
Abbildungen Stand Vorentwurf